Wie ein Versicherungsunternehmen durch Mediation einen jahrelangen Kollegenkonflikt löste
Bemerkenswert an diesem Fall: Ein jahrelang ungelöster Konflikt zwischen nur zwei Personen reichte aus, um das Klima einer ganzen Abteilung zu belasten, bis eine Auszubildende deswegen über eine Versetzung nachdachte.
Ein Konflikt zwischen zwei Kolleginnen schwelte seit Jahren und belastete am Ende nicht nur die beiden selbst, sondern das gesamte Teamklima. Als eine Auszubildende wegen der angespannten Stimmung um Versetzung bat, wurde klar: Es brauchte eine Lösung. Durch gezielte Mediation gelang es, ein respektvolles, professionelles Miteinander wiederherzustellen, mit spürbaren positiven Effekten für die gesamte Abteilung.
Key Facts
- Branche / Organisationstyp
- Versicherungsunternehmen (groß)
- Konfliktart
- Langjähriger zwischenmenschlicher Konflikt zwischen zwei Kolleginnen („kalter Konflikt“)
- Eingesetzte Leistung
- Mediation
- Beteiligte Parteien
- 2 Mitarbeiterinnen direkt; gesamte Abteilung inkl. einer Auszubildenden indirekt betroffen
- Dauer des Prozesses
- 2 Einzelgespräche online + 1 gemeinsame Sitzung (halber Tag vor Ort) + 2 Online-Sitzungen als Reflexion = 5 Termine
- Kosten
- unter 3.000 Euro
- Ergebnis in einem Satz
- Professionelle Gesprächsbasis wiederhergestellt, Auszubildende blieb in der Abteilung
Hinweis aus Gründen der Vertraulichkeit und des Schutzes unserer Kunden: Das Unternehmen wird nicht namentlich genannt.
Die Situation
Im Auftrag eines großen Versicherungsunternehmens führte CONSENSUS Solutions eine Mediation zwischen zwei Kolleginnen durch, deren Konflikt bereits seit mehreren Jahren bestand. Ursprung war ein emotionaler Vorfall drei Jahre zuvor, der nie aufgearbeitet wurde. Seitdem herrschte zwischen den beiden ein „kalter Konflikt“: kaum Kommunikation, unterschwellige Spannungen, eine spürbar angespannte Atmosphäre im gesamten Team.
Die Herausforderung
Die Situation belastete zunehmend nicht nur die beiden Mitarbeiterinnen, sondern die gesamte Abteilung: Produktive Zusammenarbeit war kaum mehr möglich, das Arbeitsklima litt sichtbar. Dringlich wurde es, als eine Auszubildende aufgrund der Spannungen um Versetzung bat.
Erschwerend kam hinzu, dass eine der beiden Beteiligten eine freiwillige Mediation zunächst ablehnte. Eine Lösung musste also nicht nur inhaltlich, sondern auch im Zugang zum Verfahren gefunden werden.
Das Vorgehen
Die Führungskraft des Teams ließ sich zunächst extern beraten und entschied sich, den Beteiligten eine strukturierte Information zur Mediation zukommen zu lassen: ein im Rahmen der Freiwilligkeit zulässiger Schritt. Daraufhin fasste die zunächst zögernde Kollegin Vertrauen in den vorgeschlagenen Mediator und willigte ein.
Der Prozess startete mit zwei vorbereitenden Einzelgesprächen, gefolgt von einer gemeinsamen Sitzung vor Ort sowie zwei kürzeren Online-Sitzungen zur Nachbereitung und Vertiefung.
Zwei vorbereitende Einzelgespräche
Online und getrennt mit jeder der beiden Kolleginnen.
Gemeinsame Sitzung vor Ort
Ein halber Tag im direkten Gespräch.
Zwei kürzere Online-Sitzungen
Reflexion, Nachbereitung und Vertiefung.
Im Mittelpunkt standen gegenseitiges Verständnis, die Klärung alter Missverständnisse und der Aufbau neuer Kommunikationsmuster.
Der Wendepunkt
Der eigentliche Wendepunkt lag im Übergang von anfänglicher Ablehnung zu Bereitschaft: Erst als die zögernde Kollegin durch die strukturierte, unabhängige Information Vertrauen in den Mediator fasste, öffnete sich der Prozess für einen echten Dialog. Ab der gemeinsamen Sitzung vor Ort konnten beide erstmals seit Jahren wieder direkt miteinander sprechen, statt übereinander.
Das Ergebnis
Die beiden Kolleginnen konnten im geschützten Rahmen der Mediation erstmals seit Jahren wieder offen miteinander sprechen. Ziel war dabei nie, persönliche Nähe herzustellen, wohl aber, eine professionelle Basis für die weitere Zusammenarbeit zu schaffen. Beide entwickelten eine neue Gesprächskultur, die auf gegenseitigem Respekt und klaren Absprachen beruhte. Auch sensible Themen ließen sich ansprechen, ohne in alte Muster zurückzufallen.
Die Wirkung
Die Wirkung reichte über die beiden Beteiligten hinaus: Die gesamte Abteilung profitierte von der entspannteren Stimmung und der neuen Kooperationsbereitschaft. Die Auszubildende, die zuvor über eine Versetzung nachgedacht hatte, entschied sich, in der Abteilung zu bleiben. Die Führungskraft meldete eine spürbare Verbesserung des Arbeitsklimas zurück.
Bezeichnend für den Ausgang: Die Auszubildende entschied sich am Ende, in der Abteilung zu bleiben, ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr sich die Atmosphäre in der Abteilung verändert hatte.
Warum das relevant ist
Der Fall zeigt, wie ein über Jahre schwelender, scheinbar rein zwischenmenschlicher Konflikt am Ende operative Konsequenzen haben kann, bis hin zur Abwanderung von Nachwuchskräften.
Mediation kann in solchen Fällen wirksam sein, selbst wenn eine Seite zunächst nicht bereit ist: Entscheidend ist ein sorgfältiger, freiwilligkeitswahrender Einstieg in den Prozess.
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